01.Juli: Wandverschönerung

In Zusammenarbeit mit dem Schulleiter Peter habe ich die Wandgestaltung der neugebauten sanitären Anlagen in Angriff genommen. In Anlehnung an meinen Gesundsheitsunterricht zum Thema Händewaschen in der 8. Klasse haben wir die Wand bemalt, und zwar mit einer Anleitung zum Händewaschen in Kisuaheli (linke Seite) und Tipps und wichtigen Informationen diesbezüglich (rechte Seite).

27.Mai: Toothbrushing Day

Seit Schulbeginn im Mai bin ich sehr motiviert und das Unterrichten macht mir Spaß. Es macht mich stolz zu sehen, dass ich besser werde und meine Schülerinnen und Schüler gut im Griff habe (auch wenn es nicht immer so einfach ist!). Zur Zeit unterrichte ich die 3. Klasse in Mathematik, die 6. Klasse in Life Skills, die 8. Klasse in Gesundheit und die 9. Klasse an der weiterführenden Schule in Englisch. Dort unterrichte ich auch dreimal pro Woche Deutsch und es macht mir Freude zu sehen, dass Fortschritte erzielt werden. Bis zu meiner Rückreise im August möchte ich noch meine Projektideen umsetzen. Am Freitag fand so der große Zähneputz-Tag statt (siehe Fotos).

25.September: Mein Projekt

Ich liebe mein Projekt. Die Schule, an der ich arbeite, ist groß und besteht aus einer Primary School (Grundschule) und einer Secondary School (weiterführende Schule, High School). Die Primary School geht in Kenia von der 1. bis zur 8. Klasse und ist verpflichtend für alle Kinder, wohingegen die Secondary School optional ist und von Neunt- bis Zwölftklässlern besucht wird.

 

An meinem ersten Arbeitstag wurde der neue Schulcampus eingeweiht, auf dem nun beide Schulen sind. Am Tag der Einweihung des neuen Schulgeländes gab es einen großen Umzug und ich knüpfte die ersten Kontakte.

 

Die ersten zwei Wochen waren Eingewöhnungsphase für mich, in der ich in viele Klassen ging. Daraufhin entschied ich mich, wo ich was unterrichten möchte. Es war sehr sinnvoll. Ich habe mir den Unterricht angeschaut, mich viel mit den Schülern und Lehrern unterhalten und Spaß gehabt.

Meine erste Woche verbrachte ich bei den "Kleinen", an der Primary School.

Am Ende dieser Woche wusste ich, dass ich viel "bei den Kleinen" sein möchte. Die 8- bis 14-jährigen Kinder verbreiten gute Laune, wenn sie auf einen zugerannt kommen, einem schon von weitem entgegen rufen "Teacher Wasil!!!". oder einfach nur angelaufen kommen, um meine Hand zu halten. Mit den Kindern von der Primary School werde ich immer Dienstags schwimmen gehen. Ich habe nämlich einen Swimming Club ins Leben gerufen, was auf sehr große Aufregung und Freude stieß. Ich habe während meiner ersten Woche an der Primary School eine tolle Zeit gehabt.

Die zweite Woche habe ich an der Secondary School "bei den Großen" verbracht. Der Unterschied ist extrem, denn hier arbeitet man mit Teenagern. Deshalb geht es viel "cooler" zu - keiner kommt mir entgegengerannt und strahlt mich schon von weitem an. Nichtsdestotrotz werde ich immer freundlich gegrüßt, akzeptiert und respektvoll behandelt. Ich habe sogar Vertretungsunterricht in Englisch in der 10. Klasse gehabt und war selbst erstaunt, dass ich die Schüler gut im Griff hatte, auch wenn ich mich erst noch an meine neue Situation gewöhnen muss - vor 3 Monaten war ich noch Schüler. Jetzt bin ich Lehrer. Der Unterricht an der Secondary School fordert einen fachlich und hat deshalb einen besonderen Reiz für mich. Am Anfang der Woche wurde ich sogar auf der Bühne vor der ganzen Schule interviewet. Es war aufregend. Die Gelegenheit habe ich jedoch direkt genutzt, um den von mir wiedereingeführten "German Club" anzukündigen. Deutsch/-land werde ich meinen Schülern von der Secondary School immer mittwochs beibringen.

 

Nach meiner Eingewöhnungsphase habe ich meinen Stundenplan zusammengestellt. Neben Schwimm- und Deutschstunden unterrichte ich folgende Klassen:

- 6. Klasse, Mathe

- 7. Klasse, Mathe

- 9. Klasse, Englisch

Der Unterricht fordert mich, weil in meiner neuen Schule andere Umstände als in Deutschland herrschen, zum Beispiel sind es 48 Schüler, die ich in Englisch unterrichte.

Neben dem Unterrichten an meiner Schule werde ich auch Deutsch an der Schule meines Gastvaters (eine Art Volkshochschule) unterrichten. Das mache ich immer Montag nachmittags.

 

Das Schöne ist, dass ich immer beschäftigt bin, sehr viel Spaß am Unterrichten habe und die Zeit sehr geniesse, sodass es mir nichts ausmacht von 07:00 Uhr bis (mindestens) 17:00 Uhr zu arbeiten. Ich bin sehr glücklich in meinem Projekt, auch wenn ich abends oft sehr müde bin, weil ich - und das ist wiederum wunderbar - so viel geschafft habe.

 

Ich erinnere mich noch, wie ich mir zu Beginn meiner Zeit in Kenia gewünscht habe, einen Alltag zu haben und sagen zu können: "Ich habe mich eingelebt." Das kann ich jetzt sagen. Ich bin in Kenia angekommen.